Die Nähmaschine...
Kitschiges Katzenfoto.
Kitschiges Katzenfoto.
Potsdam - auf dem Weg zum Markt.
Der holländische Stoffmarkt in Potsdam findet dreimal im Jahr statt und ist ein Ereignis. Hierher strömen Frauen aller Schichten und Altersgruppen, die Fachkundigen mit nach innen gerichtetem Blick und die Laien auf der Suche nach Gardinen. Viele sind in Pulks von weiter her angereist. Konzentriert wird sich durch lange Gänge voller Tuch gefühlt, einige haben grosse Rucksäcke oder Rollwägen für die erstandenen Schätze dabei. Die vereinzelten Männer werden meist als geduldiges Anhängsel mitgeschleppt oder verkaufen selbst. Dabei gibt es doch auch heute noch Schneider und gern nähende Männer.
Oh, so feine Stöffchen - von fast geschenkt bis zu 100 € pro Meter. Die Sonne kommt schwach durch, das steigert Wohlbefinden und Kauflust. Ich arbeite mich durch die Gänge, der Tütenberg in meiner linken Hand wächst, während die rechte unentwegt Stöffchen streichelt und dreht und durchwühlt.
Die Ausbeute ist ordentlich. Zuhause packe ich einen Stoff nach dem anderen aus, begutachte ihn nochmal, lasse ihn zu Boden fallen, die Katze wirft sich in den Berg und findet es lustig, sich einzuwickeln, dann wandert alles in die Waschmaschine. Damit mit dem Nähen auch bald begonnen werden kann.
Ein Waschtrog voll Stoff.
Am nördlichen Ende des "Wagnerviertels", begrenzt von Ring- und Autobahn. Ein schönes Plätzchen.
Beim Süsskramdealer kriegt man ausgefallene Schokoladensorten, z.B. mit Grapefruit oder kandierten Rosenblättern, ich entscheide mich für eine mit Kürbiskernen und Kürbissplittern.
Später schwülwarmer Abend am Bundespressestrand, keine Woche her, ganz überwiegend jungdynamisch wirkendes Publikum. Kleines Flaschenbier 4 Euro, einer davon Flaschenpfand. Wie viel Zusatzeinnahmen durch nicht zurückgebrachte Flaschen mag es geben?
Heute auf der IFA zur "Happy Hour". Es wird jetzt über neues Mediacenter statt des Uralt-TVs nachgedacht (allerdings gucke ich kaum noch Fernsehen). Witzig der sich selbst lenkende Staubsauger. Man trifft übrigens öfter auf nicht deutsch sprechendes Standpersonal - ich finde, kein gutes Aushängeschild für die Firma dahinter.
Am pompösesten aufgemotzt die Samsunghalle - das Bildpünktchen unter dem schwarzen Mund bin ich.
Türgriff am Nähmaschinengeschäft.Sonntags geht man anders durch die Rheinstrasse, man denkt nicht an Brot und Biokörner, Billigdiscounter und neue Schuhe. Da fallen einem Details auf, die man sonst kaum sieht.
Fabrikgebäude, dritter Hinterhof.
Fabrikdachfenster.
Auf der Brücke einer schon lange stillgelegten S-Bahnlinie, die zum Fussgängerpfad gestaltet wurde. Hier kann man bis zum Görlitzer Park laufen. Es war zwar zu nass, aber wir kommen wieder.


Mietshauszeile am Rand des Friedhofs - Wände stützen Grabmonumente.
Auf der Infotafel steht, dass hier irgendwo auch Theodor Fontane liegt. Wir finden ihn erst nicht, ein Gärtner gibt Auskunft: nebenan auf dem Hugenottenfriedhof. Da ist es - ein unauffälliges Grab mit unschön anmutendem dunkelgrauen Stein.
Gleich über die Strasse der Dorotheenstädtische Friedhof. Hier haben die Familien Busch und Renz kapellenartige Grüfte errichtet für die Zirkusdirektoren und ihre Frauen, Artistinnen und Schulreiterinnen, deren Künstlernamen waren Miß Constance, Micaela, Wasserminna...

Dramatisierter Friede-sei-mit-euch-Engel.

Vor der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz.
Auf den Treppenstufen bis ganz hoch drängt sich das tanzlustigste Volk, es ist heiss, der Saal bebt vom Rhythmus der Blasinstrumente, von Musik und Gesang, von der puren Lust der Künstler, im Takt mit sich selbst und den anderen und dem Leben überhaupt zu sein. Tatsächlich - sie bringen den Saal zum Kochen, die 20 Roma-Musiker auf der Bühne da vorn, sie schaffen es sogar manchmal, dass sich das "gesetztere" Publikum von den Sitzen erhebt und mitschwingt.
Ganz kleiner Moment.
Wir befinden uns im 37. Stock des Hotels am Alex - im Spielcasino, klar. Die Aussicht über die Stadt ist bombastisch. Und eine Lesung im Casino erlebt man nicht alle Tage.

Im Schein des Casinolichts.

Raucherlounge, rechts der Fernsehturm.

Spielgeld vor russischem Buffet, das nach der Lesung erstürmt wird (das Buffet, nicht das Spielgeld), dazu passend gibt es Wodka.
Wir verspielen jeder zehn Euro und machen uns Gedanken über die echten Spieler. Und Tereskaja tanzt schön zu den Klängen der Russendisko.