Ächz
Jetzt sitze ich hier irgendwie herbstlich zufrieden und höre den Holunderwein blubbern.
Schneck in Kapuzinerkresse.
Reif.
Schneck in Kapuzinerkresse.
Reif.
... direkt in die Augen eines Stiers.
Ich sage noch: was bist du denn für ein Schöner. Er ist ja hinterm Zaun und ich fühle mich sicher, aber nicht so wirklich. Unverwandt starren wir uns an, er schnaubt und scheint mir jetzt der drohende Wächter des Holunderurwalds, so dass ich es besser finde, gemessenen Schrittes den Abstand zwischen uns zu vergrössern. Kurz schaut er mir noch hinterher und verschwindet dann zwischen den Bäumen.
Der Hölzchensee liegt ruhig in der Abenddämmerung, auch hier ist niemand sonst zu sehen.
Schilfdetail.
In der voll erblühten Herbstzeitlosen.
Ich könnte mal wieder Mangoldtorte backen.
Später schwülwarmer Abend am Bundespressestrand, keine Woche her, ganz überwiegend jungdynamisch wirkendes Publikum. Kleines Flaschenbier 4 Euro, einer davon Flaschenpfand. Wie viel Zusatzeinnahmen durch nicht zurückgebrachte Flaschen mag es geben?
Heute auf der IFA zur "Happy Hour". Es wird jetzt über neues Mediacenter statt des Uralt-TVs nachgedacht (allerdings gucke ich kaum noch Fernsehen). Witzig der sich selbst lenkende Staubsauger. Man trifft übrigens öfter auf nicht deutsch sprechendes Standpersonal - ich finde, kein gutes Aushängeschild für die Firma dahinter.
Am pompösesten aufgemotzt die Samsunghalle - das Bildpünktchen unter dem schwarzen Mund bin ich.
Die während des Urlaub in Blüte geschossenen Radieschen hatte ich stehen gelassen - demnächst kann das Saatgut geerntet werden.
Bisher wusste ich tatsächlich nicht, wie eine Radieschenschote aussieht. So also.
Peperoni. Die Pflanzen gedeihen auf uckermärkischem Sandboden prächtig, man könnte mit den Schoten handeln gehen.
Und eine vom Regen abgespülte Peperoniblüte.
Noch erstrahlen letzte Blüten in mildem Licht, schwer neigt sich samenkapselgefüllter Stengel mit schwindender Kraft des Sommers nieder im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen [ich kann auch grundsätzlich und plattbanal].
Kaum zu erkennen führen die Gleise im Rainfarn weiter.
Gebüschinsel im Feld in regloser Gewitterluft.
Drohende Gewitterwolken kontrastreich über der Landschaft.
Reglos hockt sie dort, auch Stunden später noch.
Und eine Schildwanze im Dill.
Fruchtbares Feuchtbiotop.
Mit jedem Schritt durchs Gras hüpfen Frösche davon, oft direkt ins Wasser.
Zitronenfalter sammeln sich ohne erkennbaren Grund an manchen Stellen.
Eine schmale Strasse ins Land führt zu einem Haufendorf wie aus dem vorletzten Jahrhundert, es wirkt fast ausgestorben.
Doch Maria im Garten hinterm Zaun ist frischgepflegt.
Dieses Tierchen unterscheidet sich zusammengefaltet kaum vom trockenen Oregano, auf dem es sitzt.
Um das prächtige rote Exemplar pirsche ich vorsichtig herum...
... und erwische es tatsächlich ganz nah von vorn.
Sehr heiss heute. Die Pflaumen am völlig vernachlässigten Hang werden reif. Eine Bresche in Brennnesseln und Topinambur geschlagen und viel Totholz aus Büschen und Bäumen geholt, um bequem an die Früchte zu gelangen. Vielversprechende Ernte, zunächst Pflaumenbrot gebacken - aber dieses Jahr könnte man eigentlich mal Maische ansetzen und eine kleine Destillation versuchen.
Emma und Hanna kneten den Teig.
Blitzschnell war der Kuchen weg - die Jungs holten ihn sich vor die Glotze beim Berliner WM-Gucken.
Im See gebadet wurde natürlich trotzdem jeden Tag. Die Mädchen räumten in der Scheune rum, die Jungs fuhren manchmal im Auto durch die Gegend, es gab Nachtspaziergänge mit Gruselgeschichtenerzählen, sämtliche Comics wurden nochmal durchgelesen, abends dann Brettspiele in grosser Runde. Emma und ich fegten Spinnweben weg, putzten Fenster und spielten konzentriert Memory, jeden Tag mindestens zwei Runden. Und redeten über Leistungsdruck und den bevorstehenden Schulwechsel. Zum Ausflug ins Freilichtmuseum hatten sie alle keine Lust, weil sie das von zuhause kannten, also gab es gar keine kulturellen Ereignisse.
Ich glaube, den Kindern gefiel diese Woche so gut wie mir.
Im Dunkeln über die Wiese rollen.