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Garten

Montag, 12. Oktober 2009

Regenrohr

Der Nachbar meinte, das runtergefallene Regenrohr könne man ganz leicht wieder ranmachen, einfach auf Leiter und reinschrauben. Ich dachte, okay, mach ich dann mal - aber es passte irgendwie nicht, war verbogen. Die ganze Nacht pladderte der Regen direkt in die Veranda. Am nächsten Morgen, als ich die Nüsse aus dem nassen Gras sammelte, ballerten Nachbar und seine begeisterten Kinder nebenan mit Luftgewehr. Ich berichtete von meinem fehlgeschlagenen Versuch. Dann muss wohl der Dachdecker ran, sagte er, aber er würde es sich nachher vielleicht mal angucken. Hmja, sagte ich halb und sah sicher so aus, als ob ich nicht dran glaubte.
Regen, Wind, kalt, Zeit zum Kuchenbacken, Ohrstöpsel rein, Krimi von Hakan Nesser sehr gut vorgelesen von Dietmar Bär. Als es dunkel war, guckte ich noch mal vor die Tür. Es regnete weiter, aber nicht mehr in die Veranda. Das Regenrohr war wieder dran, still und heimlich hatte Nachbar es eingesetzt. Ich war verblüfft und gerührt.

Frische junge Walnuss

Freitag, 9. Oktober 2009

Nur Nüsse

Der starke Regen letzte Nacht hat ein Regenrohr vom Dach gerissen und alle Nüsse vom Baum gefetzt. Kein Schritt war möglich, ohne welche platt zu treten. Und das Aufsammeln ging in den Rücken, uff. Jetzt trocknen sie in der Vorkammer, der ganze Boden ist bedeckt.

Auf der Treppe zur Waschküche kann man sie bequem aufsammeln.

Morgen soll das Herbstfeuer stattfinden. Der Nachbar schleppt immer noch mehr Material an.

Herbst im Garten. Verdammt früh dunkel wird es schon.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Mehr aufräumen

Der Regen hört gerade rechtzeitig am späten Vormittag auf. Tatfreudig mit Gartenschere, Spaten und Foto bewaffnet trete ich den Gang in den Garten an. Schon unter dem Nussbaum erster Stopp, viel Laub, viele Nüsse, viel Aufsammel und Wegfeg, das dauert. Wo ist eigentlich die Herbstzeitlose hin, die vor zwei Wochen noch so schön blühte? Spurlos verschwunden.
Die Zucchinis können weg - Komposteimerinhalt ins Umgegrabene eingearbeitet - kommt nur, ihr kleinen Würmchen. Bienenfreude draufgesät.
Dann zu den Himbrombeeren. Da sieht es schlimm aus. In die umgestürzten Bohnen hinein und auf den Weg wuchert es, daneben der hoch verblühte dürre Alant. Viel Totholz rausgeschnitten. Die Bohnen lass ich noch. Ein paar kleine späte gelbe Himbeeren gefunden, hmmm.
Der Gestrüpphaufen für Herbstfeuer ist ordentlich angewachsen.
Und ich, jetzt schon wieder in der Stadt, habe richtig aufgeatmet.

Aufgeräumt.

Mittwoch, 30. September 2009

Ächz

Nach vielen Tagen Gartenlosigkeit endlich wieder stundenlang geackert. Und geerntet, Zucchinis, Peperoni, Tomaten, Rote Bete, Möhren, Bohnen, einen Eimer Nüsse aufgesammelt, die meisten hängen aber noch. Laub geharkt, alte Erdbeeren rausgerissen, dafür Bienenfreude gesät, wenn auch spät, vielleicht kommt der Frost ja auch spät. Etwas gerupft und aufgeräumt, die geschossenen Salate waren in die Roten Rüben gefallen, zwei Sonnenblumen umgeknickt. Mit Nachbars zum Feuermachen verabredet.
Jetzt sitze ich hier irgendwie herbstlich zufrieden und höre den Holunderwein blubbern.

Schneck in Kapuzinerkresse.

Reif.

Dienstag, 8. September 2009

Vollreife makellose Pflaumen ...

... in Mengen geerntet an diesem schönen Spätsommertag.

In der voll erblühten Herbstzeitlosen.

Ich könnte mal wieder Mangoldtorte backen.

Donnerstag, 3. September 2009

Schoten

Also Saatschoten. Dabei frage ich mich gerade, woher die Redensart "jemand hat sich eine Schote geleistet" stammt.

Die während des Urlaub in Blüte geschossenen Radieschen hatte ich stehen gelassen - demnächst kann das Saatgut geerntet werden.

Bisher wusste ich tatsächlich nicht, wie eine Radieschenschote aussieht. So also.

Peperoni. Die Pflanzen gedeihen auf uckermärkischem Sandboden prächtig, man könnte mit den Schoten handeln gehen.

Und eine vom Regen abgespülte Peperoniblüte.

Mittwoch, 2. September 2009

Letzte Stockrose

Noch erstrahlen letzte Blüten in mildem Licht, schwer neigt sich samenkapselgefüllter Stengel mit schwindender Kraft des Sommers nieder im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen [ich kann auch grundsätzlich und plattbanal].

Donnerstag, 27. August 2009

Spätsommer...

... im Garten, den Weg entlang an dicken Roten Rüben, samenreifem Dill und Zucchinis bis zu den Koniferen an Nachbars Zaun. Dort bewegt sich was. Eine auffällige Spinne hat ihr Netz ausgebessert und verkriecht sich jetzt wieder im Gesträuchgespinst.

Reglos hockt sie dort, auch Stunden später noch.

Und eine Schildwanze im Dill.

Mittwoch, 19. August 2009

Bizarre langgeflügelte Monster...

... bevölkern zur Zeit den Garten, echt erstaunlich, was man mit Nahlinse aus einer eleganten kleinen Libelle rausholen kann. Letztes Jahr um diese Zeit waren sie auch so stark vertreten und kurz darauf setzte der Herbst ein - oh bleib noch etwas, grosser Sommer.

Dieses Tierchen unterscheidet sich zusammengefaltet kaum vom trockenen Oregano, auf dem es sitzt.

Um das prächtige rote Exemplar pirsche ich vorsichtig herum...

... und erwische es tatsächlich ganz nah von vorn.

Sehr heiss heute. Die Pflaumen am völlig vernachlässigten Hang werden reif. Eine Bresche in Brennnesseln und Topinambur geschlagen und viel Totholz aus Büschen und Bäumen geholt, um bequem an die Früchte zu gelangen. Vielversprechende Ernte, zunächst Pflaumenbrot gebacken - aber dieses Jahr könnte man eigentlich mal Maische ansetzen und eine kleine Destillation versuchen.

Käsekuchen

Was macht man, wenn man eine Woche lang drei Kinder zu Besuch hat, von denen zwei 10jährige Mädchen sind, von denen eins eine genähte Wunde am Bein hat, weshalb es nicht schwimmen gehen darf? Wir ernteten und kochten und backten - der Käsekuchen mit Johannisbeeren zum Beispiel wurde wegen besonders gelungen mehrmals hergestellt.

Emma und Hanna kneten den Teig.

Blitzschnell war der Kuchen weg - die Jungs holten ihn sich vor die Glotze beim Berliner WM-Gucken.

Im See gebadet wurde natürlich trotzdem jeden Tag. Die Mädchen räumten in der Scheune rum, die Jungs fuhren manchmal im Auto durch die Gegend, es gab Nachtspaziergänge mit Gruselgeschichtenerzählen, sämtliche Comics wurden nochmal durchgelesen, abends dann Brettspiele in grosser Runde. Emma und ich fegten Spinnweben weg, putzten Fenster und spielten konzentriert Memory, jeden Tag mindestens zwei Runden. Und redeten über Leistungsdruck und den bevorstehenden Schulwechsel. Zum Ausflug ins Freilichtmuseum hatten sie alle keine Lust, weil sie das von zuhause kannten, also gab es gar keine kulturellen Ereignisse.
Ich glaube, den Kindern gefiel diese Woche so gut wie mir.

Im Dunkeln über die Wiese rollen.

Kapuzina

Zwischen Uckermark und Berlin

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