Freitag, 24. Juli 2009

Padua oder Venedig?

Nur ein Kurztripp, aber - wer im Sommer Venedig besucht, begibt sich in Menschenmassen, Warteschlangen, Lärm und Hitze - so waren wir durch einen Reiseführer vorbereitet. Zum Glück sind die Preise für Unterkunft derart hoch, dass wir in Padua Quartier bezogen, eine halbe Stunde Zugfahrt entfernt. Zum Glück. Denn diese ebenfalls uralte Stadt ist auf ganz andere Weise schön.
Auf zufälligen Wegen zum Palazzo del Bo geraten, im Innenhof mächtiges Stimmengemurmel, Gesänge: Dottore, Dottore! Die Verleihung des Doktortitels in dieser früheren Herberge, heutigen Uni ein grosses Fest. Die Verwandtschaft aus Stadt und Land fächelt sich Luft zu, stimmt dann wieder extatisch in den Gesang ein. Der frischgebackene Doktor schwarwenzelt mit Lorbeerkranz behängt durch die Gänge.
Stadt der Radfahrer, uralte Strassen mit Laubengängen, schöne Plätze, Kirchen ohne Ende, die grösste Basilika der Welt... ich laufe mir Blasen an die Füsse.

Besichtigungsmöglichkeiten.

Begründer des "Werkes von Brot für die Armen".

An dieser Stelle eine Steinbank und - offenes Netz.

Venedig - lebendes Museum.

Wegweiser zu den Orten die man gesehen haben muss. Allerdings Platzangst wegen Überfüllung der Rialtobrücke und auf dem Markusplatz wegen Mittagshitze Schwindel.

Dunkle kühle Gänge zum Aufatmen.

Wasserstrassen zwischen den Häusern.

Mehr Wasserstrassen zwischen den Häusern, man steht staunend auf den Brücken und betrachtet den Verkehr.

Auf der Rückfahrt hören wir Comissario Brunetti mit anderen Ohren.

Samstag, 18. Juli 2009

Cittiglio Cascate

Von diesem schönen Flecken sehe ich wieder wegen Absturzbefürchtung nur den gut zugänglichen Teil, die zwei höher gelegenen Wasserfälle werden mir ewig verschlossen bleiben.

Auf den grossen flachen Steinen mitten im Wasser sitzend.

Im Bergdorf Arcumeggia sind fast alle Häuserwände touristenattraktiv von Künstlerhand bemalt. Ich persönlich mag dort die Blumentöpfe aus Porzellanscherben am liebsten.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Castelveccana

Bresaola-Schinken lecker, immer wieder Gang zum Kühlschrank für noch ein Scheibchen, jetzt ist er alle. Dazu Rotwein, immer wieder draussen Nachschub holen, wo die anderen sitzen. Und niemand ausser mir will jetzt noch surfen, wie schön.
Den dritten Tag in Italien. Zum Schwimmen wird täglich nach Castelveccana gefahren, ich laufe dort meistens rum, die rotte Industrieromantik ist sehr anziehend.

Weitläufige Ruinen der Keramikfabrik direkt am Lago Maggiore.

Hier ist nichts verschlossen, man geht einfach am Tor vorbei.

Detail.

Nach ein paar hundert Metern ein Hallenskelett.

Für heute jetzt noch ein letztes Gläschen draussen...

Donnerstag, 9. Juli 2009

Raupe und Käfer

Die Nahlinse aufgesetzt, das Stativ angeschraubt - prompt regnet es. Die Wäsche liegt komplett am Boden, haarscharf neben der Regentonne, Leine gerissen. Der Rasenmäher klingt krank, lange macht er es wohl nicht mehr.
Ich habe schlechte Laune, weil ich dem Garten Adieu sagen muss und ihn erst in drei Wochen wiedersehe.

Raupe in Stockrose, vielleicht von Edelfalter? Internet ist quälend langsam, macht keinen Spass, nach Bildern zu suchen.

Punktiger Käfer in Zinnie.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Ackerwinde - der Blick des Betrachters

Kraut jäten ohne Ende, dazwischen Regengüsse und Flucht unters Dach. Warten, eine Folge Sopranos gucken, jemand schenkte uns die erste Staffel, jetzt sind wir angefixt und brauchen dauernd neuen Stoff, danach vermutlich Entzugstherapie. Weil ich eigentlich gar kein Fernsehen gucke, kannte ich die Serie nicht. Sehr gute Schauspieler, intelligente Handlung, manche Folgen werden sogar zweimal hintereinander gesehen, wenn einer vorher allein geguckt hat - ohne dass es langweilig wird.

Taglilien in Blüte, mit Ackerwinde, die ist hier überall. Deren Blüten sind eigentlich auch hübsch, als Kinder flochten wir Kränze daraus. Der Gärtnerblick aber sieht nur das schnelle Wachstum, das Würgen der angebauten Pflänzchen, das Gärtnerohr hasst das Geräusch der abbrechenden Wurzel, egal wie tief man gräbt, die Gärtnerhand rupft jeden Tag aufs Neue die immer wiederkommende Pflanze...

Stangenbohne Blauhilde wuchert dem Alant entgegen.

Ein C-Falter - der Wind steht günstig, ich kann so nahe ran, dass die Makroeinstellung sich lohnt.

Sonntag, 5. Juli 2009

Die wuchernde Natur

Tagpfauenauge, langlebiger Edelfalter, der sich von Brennnesseln ernährt. Daran ist ja hier nun kein Mangel. Er wirkt wirklich wunderschön.

Arbeitsamer Tag mit guter Ernte: Möhren, Stachelbeeren, Erbsen, Salat, Nachbars Kirschen. Kultur freigerupft von wuchernder Natur. Die Läuse sind fast überall, ich hätte sie rechtzeitig bekämpfen können statt sie zu fotografieren, aber immerhin - Kirschen und Rosen greifen sie nicht an, da haben Urgesteinsmehl und Leimring gute Dienste geleistet.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Fette Beute

Im Sempervivum bewegt sich was. Zwei Ameisen versuchen einen toten Regenwurm abzuschleppen.

Sie beklettern und betasten ihn von allen Seiten...

... rollen ihn hin und her und kriegen ihn tatsächlich von der Stelle.

Die Nahlinse ist übrigens eine Raynox Macroscopic Lens M-250.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Mückenlarven

Drückend, schwül, Hundstage. Kleiner Vorgeschmack auf Italien, wieso tu ich mir das überhaupt an, wenn ich es schon hier kaum aushalte.

Die Nahlinse ist was ganz Feines. Sogar was mit blossem Auge nicht zu erkennen ist, kann man sehen. Allerdings echt mühsam, bei den winzigen Objekten mit Stativ die Distanz von 8 cm hinzukriegen.
Ich schöpfe eine Kelle Mückenlarven aus der Regentonne. Leider bewegen die sich so schnell, dass sie schon wieder woanders sind, wenn das Bild scharf ist.

Eine ganz gut erwischte Mückenlarve.

Leere Hüllen von geschlüpften Mücken.

Biene in Ringelblume.

Auto waschen und tanken

Ich nicht, habe ja gar kein Auto, bin nur mitgefahren und habe ein paar Blumen erstanden, besonders billig, weil keine Pflanzzeit. Vielleicht kommen sie durch. Bild: Billigtanke hinter der Grenze bei Hohenwutzen.

Kapuzina

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