Donnerstag, 25. Juni 2009

Ein Strauss Läuse

Lange lag die Nahlinse rum, weil sie nicht zu funktionieren schien und ich mir einredete, das läge an den Kratzern auf der Linse des Fotoapparats. In den kurzen Beipackzettel guckte ich deshalb gar nicht rein, wer liest schon Bedienungsanleitungen, das kriegt man doch alles so raus.
Jetzt hat der Sohn seine Leidenschaft fürs Fotomachen entdeckt, die Linse ausprobiert - Überraschung, sie funktioniert. Man braucht Umstellung auf Tele, eine Distanz von ziemlich genau 8 cm und ein Stativ. Wir durchstreifen abwechselnd mit der Linse den Garten und präsentieren uns die schönsten Fotos. Wobei sein Interesse Blüten, Tropfen und Schwebinsekten gilt, während ich eher Knochen, Läuse und tote Fliegen ablichte.

Rote gemusterte Läuse - rechts vielleicht mit dieser Art Honig, den Ameisen mögen.

Grüne Laus mit roten Augen.

Ein ganzer Strauss bonbonfarbene Läuse.

Und ein wespenähnliches Insekt im Sonnenhut.

Grossartige Sache, diese Nahlinse! Und einfach zu handhaben, wenn man weiss, wie es geht. Obwohl nicht ganz so einfach bei der Scharfstellung bewegter Objekte.

Fliege

Sonntag, 21. Juni 2009

Türdetail

Türgriff am Nähmaschinengeschäft.

Sonntags geht man anders durch die Rheinstrasse, man denkt nicht an Brot und Biokörner, Billigdiscounter und neue Schuhe. Da fallen einem Details auf, die man sonst kaum sieht.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Seltene Tiere

Die Vögel in den Kirschbäumen ringsherum, ziemlich lauter Sound. Von eigenen Baum habe ich das meiste selbst ernten können, es darf nur nicht ganz rot werden.
Ein schöner Tag, und abgesehen von einem Solarmobil, das zusammenzubauen sich als fummlig kompliziert erwies (mit Pinzette, Lupe, am besten Uhrmacherwerkzeug), weshalb ich es nach längerer Zeit entnervt zur Seite legte, sieht es im Garten wieder ganz ordentlich aus, alles fein gehackt, Gestrüpp und Unkraut weg, nur schade, dass ich jetzt auch weg muss.

Weil die Schwalbenschwanzraupe so schön und selten ist, hier nochmal beim Knabbern an Weinrautenblüte.

Der blaue Schwede blüht auch blau. Bin gespannt auf die Kartoffeln.

Immer wieder Mohn.

In der Sonnenblume sass stundenlang diese noch nie gesehene "Albinospinne".

Dienstag, 16. Juni 2009

Schwalbenschwanz und Minzekäfer

Alte Bekannte wiedergetroffen, inzwischen weiss ich ja auch ihre Namen.

Familie Minzekäfer sonnt sich in der Pfefferminze.

Eine Schwalbenschwanzraupe sitzt in der Weinraute, etwas höher sogar noch eine. Vielleicht bleibt auch der Schmetterling dazu mal ein bisschen in meinem Garten?

Beim Beobachten des lausbefallenen Sauerampfers: Ameise fällt über schwarze Laus her, um ihre süsslichen Ausscheidungen zu fressen.

Montag, 15. Juni 2009

Regen im Paradies

Mal schnell rübergehüpft in den Garten - zu dieser Jahreszeit gibt es hier ausser gebratenen Tauben jede Menge Essbares. Die letzten Erdbeeren schimmern durch die Blätter, bald sind Stachelbeeren, Himbrombeeren und Erbsen reif, dann Spillinge...

Zum Beispiel könnte man sich untern Kirschbaum legen und warten, bis die Früchte runterfallen. Aber leider nieselt es schon wieder. Übrigens hat der Leimring gut die Läuseinvasion verhindert, so viele Kirschen waren noch nie dran.

Salat und rote Rübe im Dill, der hat sich auch diesmal zuverlässig selbst ausgesät.

Vor der Scheune Fingerhut aus Polen.

Schwarze Läuse und Ameise an Sauerampfer. Wenn es morgen mal nicht regnet, kriege ich sie vielleicht besser drauf.

Die Zukunft des Geldes

Echtes Geld wird es gar nicht mehr geben, sagt der Mann an der elektronischen Rechenmaschine, der glaube ich von der Teleplomm eingesetzt wurde. Jedenfalls sind überall im Raum diskret deren Logos verstreut. Es ist die Lange Nacht der Wissenschaften und wir befinden uns in der TU, ganz oben im Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz. Eigentlich wollten wir den Roboter arbeiten sehen, wir dachten an Staubsaugen, Eierkochen usw. - aber der scheint müde zu sein und kann nicht in Betrieb gesetzt werden.
Statt echtem Geld brauchen wir nur noch unser Handy, erklärt der Mann weiter, es wird in eine Kontaktschale gelegt - und schwupp hat man zum Beispiel sein Mittagessen in der Kantine bezahlt. Kreditkarten werden auch überflüssig, das Handy wird zum Portemonnaie schlechthin. Und wer ein bisschen Geld verleihen will, gibt die Summe in sein Handy ein, reibt es dann einfach an dem desjenigen, der gerade knapp bei Kasse ist - und schwupp ist das eigene Geld rübergeflossen.
Wir sind beeindruckt und altmodisch skeptisch. Die Fragen, die in mein Gehirn purzeln, sind erst eher nebensächlich, steigern sich dann allmählich. Soll das gute alte echte Hartgeld, die knisternden Euroscheinchen, soll das alles gar nicht mehr wahr sein? Wie viele Leute in den staatlichen Gelddruckereien verlieren dann wieder ihren Job? Wieviel mehr Missbrauch kann mit einem geklauten Handy getrieben werden als mit einem geklauten Portemonnaie? Wie ist es bei alten Leuten, die nicht mehr gut sehen, werden die hemmungslos geschröpft? Ausserdem: was, wenn irgendwann das alles nur noch Elektroschrott ist, weil die nötige Energie gar nicht mehr aufgebracht werden kann? Ganz zu schweigen von dem absolut durchsichtigen Menschen, der in keinem Bereich seines Lebens mehr eine Chance hat, unerkannt zu bleiben. Wahrscheinlich ist das aber sowieso schon so.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Katzen und Hunde ...

... regnet es den ganzen Tag - wenn man sich wenigstens darauf einstellen könnte, aber nein, zwischendurch kann man raus, nimmt die Hacke zur Hand... schon tröpfelt es wieder unangenehm, warmer Landregen, schönschön, aber doch nicht dauernd. Dazwischen ein Gewitter, Platzregen, danach so kühl, ach nee...
Voller Frust Erdbeerkuchen mit Quarkfüllung gebacken, innen reichlich flüssig, schmeckt aber. Zuviel davon gegessen, jetzt träge Kaffee schlürfend und endlos Cakemania spielend, das Daddelspiel, in dem ein Kuchenfräulein Hexen, Dinosaurier, Pharaonen und bucklige Glöckner mit Torten bedient.
Ein wirklich trübsinniger Tag.
Aber bald kommt sie, die klügste Nacht des Jahres, quer durch Berlin werde ich nach Wissenschaft lechzen und habe mir schon die volle Route zusammengestellt.

Pimpinellensaat und Kapuzina in Pfütze.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Kein Jahr für Kürbisse

Es regnet fast jeden Tag, es ist warm, es blüht an allen Ecken. Selbst die Lücken im Vorgartenrasen füllen sich, allerdings mit Wildkraut. Nur Kürbis und Gurken mickern dahin.
Der Nachbar erzählt vom dörflichen Schiesswettbewerb. Vom Ziel, einer Adlerattrappe, fallen nach und nach Flügel, Beine, Kopf ab, wer zuletzt den Körper erledigt, hat gewonnen. Er selbst traf ein Bein und kriegte deshalb einen Orden mit einem Adlerfuss drauf.
Er ist mal wieder sehr gesprächig, ich will eigentlich noch was tun, interessiere mich auch nicht für Schiessgewohnheiten und verschiedene Kaliber, gehe deshalb öfter ein paar Schritte in Richtung Gartengerät, doch stetig plaudernd folgt er mir, zehn Spatzen hat er schon erwischt, aber seinen Kirschbaum haben sie trotzdem leergefressen. Ich denke: konntest du sowieso nicht alles selber essen, so voll wie der hing. An einem Zweig übern Zaun zu mir rüber war mittags noch was dran, das hatte ich blitzschnell abgeerntet.
Wir vereinbaren, bald mal wieder ein Feuerchen zu machen, wenn es so schön feucht bleibt.

Grüne sandige Raupe im Abendschein.

Mohnzeit.

Dienstag, 9. Juni 2009

Old and Gold

Dass meine alten Eltern ihre goldene Hochzeit mit einem grossen Fest einschliesslich Gottesdienst feiern wollten, setzte einige Familienangehörige unter Stress, es wurden Witzchen gemacht wie: was gibt es zu feiern, wenn man es so lange miteinander aushält oder: haha, das ist wirklich ein Grund zu feiern.
Den Gottesdienst hielt ich auch für übertrieben. Aber als das alte Paar unter mächtigen Orgelklängen hinter der Pastorin in die Kirche einzog, war das so bewegend, dass es mir das Wasser in die Augen trieb. Was Musik so bewirken kann. Und das Fest hinterher mit Verwandten aus allen Himmelsrichtungen, Kirchenchor, Schützen- und Sportverein, Wiedersehen mit Nachbarn von früher, Entertainment stundenlang, übrigens keine langatmigen Reden - es war tatsächlich schön und hallt noch länger nach.

Kurz bevor sich die Pastorin im sanften Predigerton Fotos während der Andacht verbat.

Kapuzina

Zwischen Uckermark und Berlin

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