Maus & Wein
Kräftiger roter Strahl aus dem Schlauch. Der kleine Ballon vom Herbst reicht für 8 Flaschen. Zum Schluss wische ich die Flaschen einzeln nochmal ab und beschrifte sie.
Abends trinken wir vom neuen Holunderwein beim Asphaltcowboy. Mir wird gerade ganz wohlig zumute, da zeigt Manfred vor sich und ruft: "Da... da... eine Maus zwischen den Wasserflaschen, läuft hier ganz gemütlich rum!" Aus meiner Perspektive kann ich nichts sehen, wir springen auf, machen zwecks Vertreibung ein bisschen Lärm und gucken dann den Film weiter. "Mach mal Pause, ich höre was" - Manfred geht in die Küche: "Da... die turnt am Rollo rum!" Ich sehe sie auch, sie hangelt sich seitlich runter, kommt auf dem Fensterbrett an und huscht hinter den Küchenschrank.
Wir stellen drei Fallen mehr auf und gucken den Film weiter. Zweimal hören wir es nebenan klappen.
Die Überlebenden denken: schreckliche Feinde haben sich in unserem Reich eingenistet.
Schneemassen.

Beissende Kälte, schneeschwangerer Himmel. Lieber nicht bis zur Oder.
Offener Kanal voller Enten.
Dieses Stück Land besser unberührt lassen, bis der Schnee weg ist.
Scheune bei Nacht - externer Blitz wird würdig eingeweiht - jawohl, er kann weit und stark.
Eiszapfen an der Veranda.
Eiszapfenknochengestalt steckt im Regenrohr fest.
Vom Museum aus hat man Zugang zur Ruine des ehemaligen Hörsaals.
Hinter der zugefrorenen Spree der Hauptbahnhof.
Was man so geschenkt kriegt, wenn man ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat: Voodoopüppchen, Kunstschnee, die zitternde Frau...
Zum Beispiel die Abteilung "Altes Handwerk", kaputtes Geschirr wird zum Reparieren gebracht.
Zwischen den Blöcken glänzen die Mauern plötzlich in der Sonne.
Noch mehr Sonne. Mir wird augenblicklich ganz frohgestimmt zumute.
Hier hat Unilever sein Domizil aufgeschlagen. Eindrucksvoll. 
Raffiniert gewandete Steinfrau am Rüdesheimer Platz.